Unser Name (Burgfreunde) leitet sich vom Felsmassiv/Naturdenkmal "Alte Burg in Rodalben ab. Die Gründung der Musikgruppe fand im ersten Vereinsheim in der Hettersbach, in unmittelbarer Nähe zur genannten "Alten Burg" statt. Was lag also näher als diesen Namen auch in den Vereinsnamen einfließen zu lassen...

Blick vom Felsmassiv "Alte Burg" auf die Stadt Rodalben
Blick vom Felsmassiv "Alte Burg" auf die Stadt Rodalben

Vergeblich wird der Wanderer am Felsmassiv "Alte Burg" in Rodalben nach den Resten einer Befestigungsanlage suchen. Zumindest wird er dort, wo der markante Felsen diesen Namen trägt und Felskammern in den Sandstein getrieben wurden, nichts dergleichen entdecken...

Dennoch hat er bereits "Reste" der Anlage beim Wandern auf dem Rodalber Felsenwanderweg passiert. Unauffällige Wälle die teilweise noch erhalten sind hat er beim Wander gekreuzt. Es handelt sich dabei um sogenannte "Vorwälle" der Bergbefestigung!

Vorwall vom Hettersbachtal zum Burgberg
Vorwall vom Hettersbachtal zum Burgberg
Bei genauerem Hinsehen entdeckt man die Sandsteine
Bei genauerem Hinsehen entdeckt man die Sandsteine
Die Mauer ist zwar zusammengerutscht, dennoch ist eine Schichtung sichtbar...
Die Mauer ist zwar zusammengerutscht, dennoch ist eine Schichtung sichtbar...

Nähert man sich dem Berg über den breiten Forstweg vom "Tälchen" der den Felsenwanderweg kreuzt, erreicht man zuerst einen Wendeplatz der den Burgberg vom Bergrücken des Grünbühl trennt. Ein kleiner Erdwall der von einem Weg durchbrochen ist, trennt die Bergkuppe vom Wendeplatz...

Unscheinbarer Anblick des Burgberg vom Wendeplatz aus gesehen...
Unscheinbarer Anblick des Burgberg vom Wendeplatz aus gesehen...

Bei genauerer Betrachtung ist eine "Wallschüttung" erkennbar! Kommt man diesem näher erkennt man zugehauene Sandsteine die auf dem Waldboden verteilt herumliegen...


Erste schriftliche Erwähnungen der "Alten Burg" gehen auf den Rodalber Ortspfarrer und Heimatforscher Dr. Stephan Lederer zurück. Es muß wohl um die Jahrhundertwende gewesen sein, als er sich aufmachte und den noch nicht erschlossenen Burgberg bestieg und nachfolgende Beschreibung verfasste:

Ein Refugium (Zufluchtsort), eine Fliehburg habe sich vermutlich auf dem Gipfel des Berges befunden...

Die westlich und zum Teil südliche Seite des Berges seinen durch "Kunst" in einen Verteidigungszustand gesetzt worden und es seien mehrfach Erdarbeiten sichtbar! Die in der Umgegend wohnenden Kelten (Mediomatriker) hätten sich hier eine Zufluchtstätte geschaffen um sich gegen alemannische Einfälle zu schützen, so Lederer in seinem 1902 veröffentlichten Geschichtswerk der "Christlichen Religionsausübung im Gräfensteiner Land!"

Bemerkenswert an der These "Lederers" ist die Tatsache, daß 25 Jahre später im Jahr 1926 bei Steinbrucharbeiten im Hettersbachtal nahe der "Alten Burg" tatsächlich zehn Eisenbarren (sog. Doppelspitzbarren) aus der La Tene´- Zeit ( 500 bis 100 vor Chr.) gefunden wurden. Diese Eisenbarren dienten in jener Zeit als bevorzugtes Tausch- und Handelsobjekt. Erst später kam es zu ersten Ansätzen von Geldwirtschaft und Münzen!

Einen Zusammenhang mit der "Alten Burg" liegt nahe, gesichert ist diese Vermutung jedoch nicht...

Dr. Carl Pöhlman (Oberregierungsrat aus Zweibrücken) und Geschichtsforscher der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften und Prof. Dr. Daniel Häberle ebenfalls Mitglied der Gesellschaft und Dozent für Pfälzische Landeskunde (Geographie) an der Universität Heidelberg untersuchten ebenfalls den Burgberg, einem Ausläufer des Grünbühl. Beide kamen im wesentlichen nicht über die Feststellungen Pfarrer Lederers hinaus.

Früherer Literatur oder Aufzeichnungen sind bis zum heutigen Tag keine gefunden worden...

Nachfolgende Veröffentlichungen und Abhandlungen von Heimatforschern sind bisher erschienen:

1902 Dr. Stephan Lederer "Urkundliche Geschichte der Religionsausübung im Gräfensteiner Land"

1938 Eugen Matheis           "Auf Keltenspuren in Rodalber Gemarkung" (Pfälzer Presse 29.1.1938)

1953 Karl Lanninger           "Die Alte Burg zu Rodalben" (Pfälzer Heimat)

1954 Eugen Matheis           "Fliehburg der Kelten in Rodalben ?" (Pirmasenser Zeitung)

1959 Karl Lanninger           "Ein Ausflug an die Alte Burg in Rodalben" (Pfälzer Heimat)

1987 Karl Lanninger           "Die Alte Burg - Fliehburg der Kelten" (Festbuch 750 Jahre Gräfensteiner Land

 

Außerdem gibt es im Festbuch eine Beschreibung Keltischer Befestigungsanlagen um Rodalben von Ferdinand Scharfenberger

Verlauf der "Mauer" vom Bergsattel des Grünbühl nach Nordwesten Richtung Hettersbachtal...
Verlauf der "Mauer" vom Bergsattel des Grünbühl nach Nordwesten Richtung Hettersbachtal...
Verlauf der "Mauer" in Nordwestlicher Richtung gegen das Hettersbachtal.
Verlauf der "Mauer" in Nordwestlicher Richtung gegen das Hettersbachtal.
Blick auf den "Mauerverlauf" aus der Gegenrichtung.
Blick auf den "Mauerverlauf" aus der Gegenrichtung.

Neben den bereits genannten "Heimatforschern" untersuchte auch Dr. Friedrich Sprater der späterer Leiter des Historischen Museums der Pfalz (Speyer) den Grünbühl. Sprater war in den Jahren 1935-38 maßgeblich an den Vorbereitungen zur Restaurierung des Trifels beteiligt und ein "Kenner" der Pfälzer Burgenlandschaft.

Aufgrund seiner Ausgrabungen vor Ort kommt Sprater jedoch zu der Erkentniss, daß es sich bei der "Alten Burg" keinesfalls um eine keltische, sondern vielmehr um eine frühmittelalterliche Anlage handeln muß.

Die aufgefundenen Mauerreste entstammen keiner Pfostenschlitzmauer wie sie in der Keltenzeit üblich war, sondern jüngeren Datums...

Unter dem Waldhumus ist eine gerade Reihe von Sandsteinen erkennbar...
Unter dem Waldhumus ist eine gerade Reihe von Sandsteinen erkennbar...
Auf der Talseite etwa in der Mitte des Berges bafand sich das Eingangstor...
Auf der Talseite etwa in der Mitte des Berges bafand sich das Eingangstor...

Aufgrund von Windfall und Sturmschäden sind auf der Talseite im Hettersbachtal einige Bäume entwurzelt worden und gaben im Erdreich verborgenen Mauerreste am ehemaligen Burgtor frei...


Der Eingang (Burgtor) wird aus der Gegenrichtung fotografiert besser erkennbar... Durch Grabungen (Dr. Friedrich Sparter) wurde hier eine Mauerstärke von 3 Metern nachgewiesen...


Die Mauer setzt sich vom Tor in Nordwestlicher Richtung noch einige Meter fort, ehe sie endet. Siehe Bilder uten:

Fortsetzung des Mauerverlaufes nach Norden...
Fortsetzung des Mauerverlaufes nach Norden...
Natürliche Felsen als Unterbau der Mauer...
Natürliche Felsen als Unterbau der Mauer...

In Nordöstliche Richtung (vom Hettersbachtal zum Tal der Rodalb und ins Tälchen) war keine "künstliche Bewehrung" notwendig, da der fast geschlossene Felsenkranz des Felsmassiv "Alte Burg" die Anlage umschloss! Die zum Teil über 10 Meter hohen Sandsteinfelsen waren als Wehrmauern ausreichernd und wurden nur an Stellen die Lücken aufwiesen nachträglich verstärkt...

Dr. Sprater bringt die Anlage mit einer alten "Römerstraße" in Verbindung, die als eine der wenigen Nord-Südverbindungen von Kaiserslautern bis zur Zaberner Steige (Saverne) geführt haben soll.  Ihr Verlauf soll bei uns durch das Schwarzbachtal, über die Heidelsburg nach Clausen, an der Alten Burg vorbei nach Pirmasens, Haspelschied und weiter nach Saverne geführt haben. Tatsächlich wird in einer Landkarte von 1888 die "Steige aus dem Hollertal" in Clausen als Römerstraße bezeichnet!

Eine solche Straße wird auch von Karl Lanninger erwähnt. Nach seiner Ansicht soll sich die "Römerstraße" auf dem Klinkenberg geteilt und einmal über den Bieberberg zum Steinenschloß und zum anderen über die "Reste einer alten Straße" ins Leiterstal nach Rodalben abgezweigt sein. Hier habe sich der Weg links und rechts um den Burgberg geteilt und dann weiter über den Grünbühl (Bühl=altertümlich Hügel) zum Dorf Hust (Husterhöhe) geführt haben.

Verlauf der Römerstraße von Kaiserslautern nach Zabern
Verlauf der Römerstraße von Kaiserslautern nach Zabern
Straßenverlauf links und rechts um den Burgberg...
Straßenverlauf links und rechts um den Burgberg...

Zweifelsfrei ein strategisch günstiger Ort für eine Burganlage. Vom Berg aus waren das Rodalbtal sowie die beiden Wegführungen um den Burgberg besonders gut einsehbar...

Dr. Friedrich Sprater bringt eine weitere Straßenverbindung die schon in keltisch-römischer Zeit bestanden hat mit der Burganlage in Verbindung. Es habndelt sich hierbei um die "Alte Salzstraße" die vom lothringischen Dieuze nach Speyer führte. Daß Salz ein besonders wichtiges Handelsgut bis weit ins Mittelalter und die Neuzeit war, ist bekannt, diente es doch hauptsächlich zur Haltbarmachung von Nahrungsmitteln. Diese Straße führte aus dem lothringischen Salzgau über Hornbach nach Dusenbrücken (bei Nünschweiler), Richtung Fehrbach, Pirmasens, Lemberg nach Salzwoog und weiter zum Rhein. Die kleine Wohnstelle Dusenbrücken wurde nach dieser Straße bzw nach dem französischen Dieuze (zu Deutsch: Duss) benannt.

Am 26.2.2004 teilte die Stadt Pirmasens mit, daß bei Aushubarbeiten zum Radweg in Gersbach diese historische Salzstraße wiederentdeckt wurde.

Im französischen Salzgau wurde bereits 750 vor Christus durch die Merowinger Salz abgebaut. Mit Sichheit können wir Behaupten, daß diese "Alte Salzstraße" eine der bedeutensden Handelsstraßen unserer Heimat war.

Verlauf der "Alten Salzstraße von Dieuze (Frankreich) nach Landau und zur Rheinebene...
Verlauf der "Alten Salzstraße von Dieuze (Frankreich) nach Landau und zur Rheinebene...

1 - Felsenkranz Felsmassiv Alte Burg (Burgpfad/Felsenwanderweg)

2 - "Burgtor" im Westen gegen das Hettersbachtal

3 - Doppelmauer gegen den Bergrücken des Grünbühl

4 - Vorwall vom Hettersbachtal über den Bergrücken zum Tälchen

Impressionen vom Naturdenkmal - "Felsmassiv Alte Burg"

Ob es sich bei der "Alten Burg" um eine keltische Fliehburg handelt (wie die Rodalber Stadtgeschichte behauptet), oder um eine frühmittelalterlich Bergbefestigung (Dr. Friedrich Sprater) ist nicht gesichert. Beide Darstellungen sind denkbar, vielleicht wurde die Burg auch auf Resten des Keltenrefugiums errichtet?!

Genauere Informationen wird wohl nur duch eine wissenschaftliche Grabung in Erfahrung zu bringen sein...

Für uns jedoch ist der Burgberg die älteste bekannte Wohnstätte unserer Heimat und somit Ursprung der Siedlungsgeschichte in Rodalben...

 

Bernd Kämmerer

----------  De Dings un de Dingsbums ----------
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