----- "De Heyle Schosch" in seiner Zeit... Vasall des Franz von Sickinigen" ---

Im Buch "Die Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfaz" Band II aus dem Jahre 1957 taucht in der Beschreibung der Rodalber Ortsgeschichte der Hinweis auf einen Ortsadel im Mittelalter auf. 1508 wird ein Ritter Georg Heil von Rodalben erwähnt, der Vasall (Gefolgsmann) des Grafen Reinhard von Zweibrücken-Bitsch war...

Mehr ist in dieser (vom Kultusministerium) herausgegebenen Beschreibung der Kunstdenkmäler des Stadt und Landkreis Pirmasens nicht zu erfahren. Wer war also dieser "Georg Heil von Rodalben" von dem die Stadtgeschichte überhautnichts zu berichten weiß?!

Tatsächlich war es in dieser Zeit üblich sich als Ritter oder im niederen Adel nach Ortschaften zu benennen... auch wenn man mittelbar nichts damit zu tun hatte! Dennoch taucht der "Rodalber Ritter" einige Male in der Geschichtsschreibung jener Zeit wieder auf..!

 

Dass Georg Heil im Dienste des Grafen Reinhard war, geht aus verschiedenen Berichten hervor, weshalb er sich jedoch mit ihm zerstritt ist nicht bekannt. Heil (Heyl) stand jedenfalls im Jahr 1508 im Dienst des Franz von Sickingen, der Ihn in jenem Streit wegen einer Geldforderung gegen den Zweibrücker Grafen vertrat. Dieser weigerte sich die geforderte Geldsumme zu bezahlen, was einen Absagebrief (Fehdebrief) zufolge hatte...

Es war der erste Waffendiest des jungen Franz von Sickingen, den er für seinen Freund und Gefolgsmann Georg durchführte...

Ein Fehdebrief, auch Absagebrief, ist eine Urkunde, worin – meist mit ganz kurzen Worten – die Fehde angekündigt wird. Dies musste drei Tage vor dem Beginn in Schriftform erfolgen, um als rechtmäßig zu gelten.

Damit die Fehde nicht zum Mord und damit straffähig wurde (siehe auch Plackerer), hatten die Betroffenen folgende Regeln zu beachten:

1. Die Fehde, egal ob unter Rittern oder zwischen Rittern und Städten, musste durch einen förmlichen Fehdebrief angesagt werden.

2. Die Tötung Unbeteiligter war verboten.

3. Das Niederbrennen von Häusern und das Verwüsten von Land war jedoch erlaubt. (Wikipedia)

 

Brandschatzung ist die Zwangserhebung von Geldbeträgen (= Schatz) im feindlichen Lande (Kontribution) unter Androhung des Niederbrennens und der Plünderung der betroffenen Stadt oder Landschaft. Zuständig war der Brandmeister. Brandschatzung als Kriegsmittel war lange Zeit üblich (z. B. im Dreißigjährigen Krieg); heute ist sie völkerrechtlich geächtet.

Im ursprünglichen Wortsinn handelt es sich also „nur“ um die erpresserische Drohung, heute wird der Begriff gewöhnlich für den aktiven Akt des Niederbrennens zum Zwecke der Verbreitung von Angst und Terror und zur Zerstörung von Lebensgrundlagen verwendet.

(Wikipedia)

Ein Brandmeister war ein Offizier im Regimentsstab der Landsknechtheere. Er hatte die Aufgabe, zusammen mit seinen Brandknechten im Feindesland die Ausschreibung und Eintreibung der Brandschatzungen vorzunehmen, also unter Androhung des Niederbrennens feindlicher Güter Gelder einzufordern beziehungsweise beim Ausbleiben solcher Gelder die betreffenden Ortschaften niederzubrennen.

(Wikipedia)


Im Rahmen dieser Fehde wurde die Burg Medelsheim (Gersheim im Saarland) im gleich Jahr durch Franz von Sickingen gebrandschatzt...

In einem Bericht aus dem Jahr 1830 geht hervor, dass es sich bei dem Streit wohl um eine Forderung von 33 Gulden gehandelt hatte. Sickingens Brandschatzung und den Vergleich den er mit dem Grafen aushandelte betrug letztendlich 400 Gulden, wovon der Rodalber 100 Gulden erhielt...


Brandschatzung einer Burg im Mittelalter (Bild aus "Hauptmann Veit)
Brandschatzung einer Burg im Mittelalter (Bild aus "Hauptmann Veit)

Einen ganz besonderen "Sickingen-Comic" nach historischem Hintergrund gibt es auf nachfolgendem Link:

In Bearbeitung...

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